Ev. Kirchengemeinde

Syburg - Auf dem Höchsten

Kirchenführungen in St. Peter zu Syburg

 

Gerne begrüßen wir Sie als unsere Gäste bei einer Kirchenführung durch unsere wundervolle, schöne, alte Kirche St. Peter zu Dortmund-Syburg.

 

Anfragen richten Sie bitte an unser Gemeindebüro

Telefon: 0231 / 1894452

Ein Gang durch die Kirche St. Peter zu Syburg

 

Die romanische Kirche St. Peter zu Syburg dürfte in ihrem Ursprung die älteste westfälische Kirche sein. Hoch auf einem Felsenvorsprung am Zusammenfluss von Ruhr und Lenne gelegen, zeichnet sich die aus Ruhrsandstein erbaute Kirche bis heute als weithin sichtbare Landmarke aus.  Im Zuge der Christianisierung eroberte Karl der Große 775 das strategisch bedeutsame Areal.


Das Jahr 776 wird als Gründungsjahr für die Kirche angegeben.
 

Von außen betrachtet sind am Wehrturm, am Kirchenschiff und am Chorraum drei unterschiedliche Bauperioden zu erkennen. Der fast quadratische Turm hat die volle Breite des Schiffes.
 

Der  Kirchhof
Bis 1820 war der Kirchhof von Syburg der einzige Friedhof des alten Reichshofes Westhofen. Bis zu seiner Schließung 1883 diente er als Begräbnisstätte für die Bauernschaften Holzen, Wandhofen, Garenfeld und Syburg.
Drei Grabplatten aus merowingischer und karolingischer Zeit und 20 weitere Grabplatten werden im Innenraum der Kirche aufbewahrt. 190 Grabsteine aus verschiedenen Jahrhunderten befinden sich auf dem Kirchhof. Viele zweit- und drittgenutzte Grabsteine lassen auf eine über 1000-jährige Nutzung schließen. Durch Kriegsfolgen gingen etwa 60 Steine verloren.

Das Portal

 

Zwei Säulenpaare tragen einen romanisch geformten Portalbogen. Jede der vier Säulen ist verziert mit einem Kapitell.

Im Eingangsbereich der Kirche steht ein frühromanisches Taufbecken mit geschrägter Wandung und Rundbogenarkatur. Das Becken stand einst vor dem Kloster Marienborn in Dortmund-Lütgendortmund. 

 

Die Bedeutung des Taufbeckens geriet in Vergessenheit. Es diente als Pferdetränke und als Blumenkübel, bis es in das frühere Ostwall Museum in Dortmund gelangte. Nach dem Wiederaufbau der Kirche nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Taufbecken von der Kirchengemeinde Syburg erworben und hat einen würdigen Standort im Westturm der Kirche gefunden.
 

DasTaufbecken

 

Grabsteine aus der Zeit der Merowinger und Karolinger

 

Im Eingangsbereich des Kirchengebäudes werden die  ältesten Grabplatten der Kirche aufbewahrt.
 

Eine aus Syburger Ruhrsandstein gefertigte Grabplatte weist zwei Zeitstufen auf. Die 1. Zeitstufe datiert wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts, die 2. Zeitstufe etwas aus der Zeit um 1500.


Die Inschrift lautet:
ROTGER SCHOER KOSTER TO SYBURG VP DER RICHSMARCK 40 IAR HOLTKNECHT

Ein Grabstein aus der Zeit der Merowinger etwa aus dem 7. Jahrhundert zeigt im unteren Bereich vermutlich ein Missionars- oder Wegekreuz, im oberen Teil ein Scheibenkreuz.  Die barocke Form hat der Stein durch eine Veränderung für ein Begräbnis 1692 erhalten. Auf der Rückseite des Steins ist die Gruftennummer 10 eingemeißelt, aus der das Begräbnis 1962 rekonstruiert werden kann.

Ein Grabstein der Familie Wrede aus dem Jahr 1698
Über den Grabstein der Familie Wrede im Eingangsbereich der Kirche gibt es eine Besonderheit festzuhalten:

Die Schriftstellerin Gertrud von le Fort berichtet, dass er ihr als Anlass für die Novelle „Spökenkieken“ gedient hat. 

Die Geschichte, die Gertrud von le Fort in ihrer Novelle erzählt, ist rund um die Kirche und Haus Villigst in Schwerte angesiedelt. 

 

Die neue Ausgabe des  Textes  ist erschienen unter dem Titel
Gertrud von le Fort: Spökenkieken, eine Liebesgeschichte rund um die Kirche St. Peter zu Syburg und Haus Villigst.
 

Die Bronzeplastik „Papst Petrus I. mit seiner Frau“


Die Bronzeplastik „Papst Petrus I. mit seiner Frau“ stammt von Bernhard Kleinhans. Die Doppelskulptur  stellt , so heißt es auf der dazugehörenden  Bronzeplakette, „ Papst Petrus I. mit seiner Frau“ dar. Dabei verweist der Bildhauer auf die Bibelstelle  Matth. 4,18, den Beginn der Erzählung von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus. Die Bibelstelle gilt als Beleg dafür, dass Petrus tatsächlich verheiratet war.

Der Innenraum der Kirche
Vom Westen nach Osten  - von der Dunkelheit zum Licht
Wie viele christliche Kirchen ist Kirchenraum von Westen nach Osten ausgerichtet.

 

Die Orgel
Die Orgel stammt aus dem Jahr 1998 und wurde von Claus Sebastian aus Geesthacht gefertigt.


Das Gehäuse der Orgel besteht  aus massivem Eichenholz. Die Orgel verfügt in drei Werken über siebzehn Register.
 

Das Barbarafenster
 

Die heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Bergleute und ist für das Bergbaugebiet rund um Syburg von besonderer Bedeutung. Die thematische Gestaltung des Fensters erinnert auch an die Zeit,  als die Kirche in Syburg Wallfahrtskirche war und eine Reliquie der heiligen Barbara in der Kirche St. Peter verehrt wurde.

Das Barbarafenster von Walther Benner

Ein Triumphbogen grenzt den Kirchenraum vom Chorraum ab. Zur Kuppelmitte des Gewölbes führen sechs Strebebögen.
Die farbigen Chorfenster schildern Szenen aus dem Leben des Apostels Petrus. Sie sind ein Werk von Walther Benner und wurden Anfang der fünfziger Jahre  eingebaut.


Walther Benner (1912 – 2005) war ein herausragender Glasmaler des 20. Jahrhunderts. Seine bekanntesten Werke sind die Chorfenster im Aachener Dom, die in den Jahren 1949 – 1951 entstanden. Walther Benner orientiert sich bei seinen Darstellungsformen und seinen Techniken an Vorbildern der mittelalterlichen Kunst.

Das Bronzekreuz auf dem Altartisch
 

Das Bronzekreuz mit dem Bronzepult auf dem Altartisch ist eine Arbeit von Egino Weinert.
 
Auf der Rückseite hat Egino Weinert verschiedene biblische Szenen in Emaille gestaltet. Im Zentrum steht die Kreuzigung Jesu.

Die Kanzel

 

Die geschnitzte Kanzel mit Schalldeckel (1573) stammt aus der Kirche in Alswede bei Lübbecke. Sie wurde 1960 von der Syburger Kirchengemeinde erworben.

 

Die Schnitzarbeiten zeigen Wappen und Namen der Geschlechter, die diese führten. Die vier Wappenfelder gelten für:


Statius von Münch (Monnik) zu Ellerberg und seine Ehefrau von Behr (Behre) zu Alfelden, Ernst von Schloen ( Chalon) und seine Gemahlin Gosta von Querenheim, gest. 1653.


Der Schalldeckel der Kanzel, datiert 1573, verweist auf den 68. Psalm, Vers 12:

DOMINUS * DABIT * VERBUM * EVANGELIZANTIBUS * VIRTUTE * MULTA *

Weitere Ausführungen zur Geschichte und Ausstattung der Kirche,

sowie zu besonderen Themen erhalten Sie gern auf Anfrage.


Renate Breimann
 

Die Kapitelle auf der linken Seite am Portal lassen die Form eines Löwenkopfes erkennen, das daneben die Form eines Adlers.
Die Kapitelle am Portal außen rechts zeigen die Formen  einer Palmette und eines Palmzweiges.

Der Künstler Bernhard Kleinhans  (1926 – 2004) lebte in Sendenhorst. Er  studierte in den Jahren nach dem II. Weltkrieg an der Werkkunstschule in Münster  und an der Kunstakademie in München. Nach dem Abschluss seiner Studien kehrte er ins Münsterland zurück und richtete sich in Sendenhorst eine Bronzegießerei  ein.  1956 erhielt Kleinhans den Kunstpreis „Jung-Westfalen“. Diese Auszeichnung machte Kleinhans in Westfalen und darüber hinaus bekannt.  Kleinhans schuf neben zahlreichen Kleinplastiken mit religiösen Themen viele Figurenbilder mit profanem Inhalt.

Das Nordfenster (Mitte links)
Es zeigt den sinkenden Petrus (Matthäus 14,22-33),  den Fischzug (Lukas 5,1-11) und die Schlüsselübergabe (Matthäus 16,13-20).


Das Ostfenster (Mitte)
Es zeigt das Abendmahl, die Fußwaschung (Matthäus 16, 13-20), die Verleugnung durch Petrus (Johannes 18,15-17) und das Pfingstgeschehen (Apostelgeschichte 2).


Das Südfenster (Mitte echts)
Es zeigt die Befreiung aus dem Kerker (Apostelgeschichte 12), die Erweckung der Tabea (Apostelgeschichte 9,36-42)  und die Taufe des Hauptmanns Cornelius (Apostelgeschichte 10).

 

Eine Zeittafel
775 Karl der Große erobert die sächsische Wallburg Sigiburg
776 Ersterwähnung der Kirche
1200 Errichtung des Westturms
1300/1400 Entstehung des gotischen Chorraums
1570 Beginn der Reformation in Syburg
1673 französische Belagerung und Zerstörung der Apsis
1688 Wiederaufbau nach der Zerstörung 1673
7. März 1945 eine Fliegerbombe zerstört das Mittelschiff
1954 Wiederaufbau nach der Zerstörung 1945
1998 Einweihung der neuen Orgel