Ev. Kirchengemeinde

Syburg - Holzen - Auf dem Höchsten

Die Losungen der

Hernhuter Brüdergemeine:

Amtshandlungen unserer Kirche

 

In besonderen, biografisch bedeutsamen Situationen - etwa bei der Geburt eines Kindes, bei der Hochzeit oder beim Tod eines Angehörigen - suchen Menschen nach Begleitung, nach Sinngebung und nach dem Zuspruch des Segens Gottes.

Für solche Situationen des Übergangs gibt es in der Kirche besondere gottesdienstliche Handlungen, die sogenannten Kasualien oder Amtshandlungen.

In der evangelischen Kirche sind dies die Taufe (zu ihr gehört das Patenamt), die Konfirmation, die Trauung und die Bestattung. Auch die Ordination und Einführung einer Pfarrerin oder eines Pfarrers sind Amtshandlungen für diesen besonderen Personenkreis.

Amtshandlungen sind öffentliche Gottesdienste und werden von Pfarrerinnen und Pfarrern nach einer vorgegebenen liturgischen Ordnung vollzogen. Daran, und auch an den rechtlichen Regelungen und Konsequenzen der Amtshandlungen, wird deutlich, dass die Pfarrer dabei "von Amts wegen" handeln, d. h. im Auftrag der Gesamtkirche. Dennoch steht bei diesen Gottesdiensten ("Kasualgottesdiensten") wie bei kaum einem anderen Gottesdienst neben der Verkündigung des Wortes Gottes die individuelle lebensgeschichtliche Situation der Menschen im Mittelpunkt, die diese Amtshandlung gewünscht haben.

 

Weitere Informationen:

Taufe - Patenamt - Konfirmation - Trauung - Bestattung

Die Trauung

 

Die kirchliche Trauung ist eine gottesdienstliche Handlung. Den Eheleuten wird bezeugt, dass der Ehestand von Gott gestiftet ist und der Ehebund nach seinem Willen nur durch den Tod gelöst werden soll. Mann und Frau geloben, einander zu lieben und zu ehren und sich die Treue zu halten, bis der Tod sie scheidet. Den Eheleuten wird der Segen Gottes zugesprochen.


Kann ein Paar nur getraut werden, wenn es standesamtlich geheiratet hat?


Ja. Die kirchliche Trauung kann nur stattfinden, wenn das Paar zuvor eine rechtsgültige Ehe eingegangen ist.


Muss ich in der evangelischen Kirche sein, um kirchlich heiraten zu können?


Wenigstens ein Ehepartner muss Glied der evangelischen Kirche sein.


Wo und wann muss ich eine kirchliche Trauung anmelden?


Eine kirchliche Trauung sollte bei der zuständigen Pfarrerin oder dem zuständigen Pfarrer der örtlichen Kirchengemeinde rechtzeitig angemeldet werden. Vor jeder Trauung findet ein Traugespräch mit der Pfarrerin der dem Pfarrer statt, die oder der die Trauung durchführt. Dabei geht es neben den Vorbereitungen für den Gottesdienst auch um das Verständnis von christlicher Ehe.


Kann ich auch in einer Kirche heiraten, zu der ich nicht als Gemeindeglied gehöre und mir den Pfarrer oder die Pfarrerin auswählen?


Zuständig für die Trauung ist der Pfarrer oder die Pfarrerin des Pfarrbezirks, zu dem einer der Partner gehört. Die Trauung kann aber auch in einer anderen Kirche stattfinden. In diesem Fall sollte sich das Paar an den Pfarrer oder die Pfarrerin wenden, der an der gewünschten Kirche Dienst tut. Soll nicht der Ortspfarrer die Trauung durchführen, sondern ein anderer, z.B. ein befreundeter Pfarrer, so muss der zuständige Ortspfarrer oder die zuständige Ortspfarrerin ein Einverständnis abgeben (Dimissiorale).


Darf der Ehepartner katholisch sein, wenn ich evangelisch heiraten will?


Ja. Gehört ein Ehepartner zur römisch-katholischen Kirche und ein Ehepartner zur evangelischen Kirche, kann eine evangelische Trauung stattfinden. Der römisch-katholische Ehepartner kann sich von seiner Kirche für die Trauung in der evangelischen Kirche die Lizenz zum Eingehen einer sogenannten "Mischehe" und den Dispens von der Formpflicht zur Eheschließung nach katholischem Ritus erteilen lassen. Dann wird die Trauung auch von der katholischen Kirche als gültig anerkannt. Der katholische Ehepartner behält dann seine Rechte in der katholischen Kirche.


Gibt es eine ökumenische Trauung?


Nein. Kirchenrechtlich gibt es keine ökumenische Trauung. Es gibt entweder eine katholische Trauung mit evangelischem Beistand oder eine evangelische Trauung mit katholischem Beistand. Die Trauung muss also kirchenrechtlich bei einer der beiden Konfessionen geschlossen werden. In der Regel ist das die Konfession, in deren Kirche die Trauung stattfindet. Zur Vorbereitung des Traugottesdienstes muss das Brautpaar mit den Pfarrern beider Konfessionen sprechen.

Ein Konfessionswechsel eines der Ehepartner wird heute weder von der evangelischen noch von der katholischen Kirche verlangt.


Wann kann eine evangelische Trauung nicht stattfinden?


Die Trauung in der evangelischen Kirche kann nicht stattfinden,

  • wenn das Brautpaar nicht standesamtlich verheiratet ist.
  • wenn einer der Ehepartner nicht Glied einer christlichen Kirche oder Gemeinschaft ist (z. Bsp. ein christlich-muslimisches Paar). Gehört ein Ehepartner keiner christlichen Kirche an, kann allerdings eine gottesdienstliche Feier anlässlich der Eheschließung stattfinden. Diese gottesdienstliche Feier ist keine Trauung und wird nicht ins Stammbuch eingetragen. Es kann allerdings eine Bescheinigung ausgestellt werden.
  • wenn das Paar durch einen Pfarrer oder eine Pafferin einer anderen christlichen Kirche oder durch einen Beauftragten einer anderen Religionsgemeinschaft bereits getraut worde ist oder dies beabsichtigt.
  • wenn ein Ehepartner sich so verhält, dass das Wort Gottes oder die Kirche verächtlich gemacht wird oder wenn die Trauung in der Gemeinde Ärgernis erregen würde.


Darüber hinaus gibt es Situationen, in denen die Entscheidung über eine kirchliche Trauung im seelsorglichen Ermessen der Pfarrerin oder des Pfarrers liegt.

 


Kann ein geschiedener Mensch kirchlich ein zweites Mal heiraten?


Ist ein Ehepartner geschieden, liegt die Entscheidung über eine kirchliche Trauung in der seelsorglichen Verantwortung des Pfarrers oder der Pfarrerin.


Können gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Partnerschaft haben amtlich registrieren lassen, kirchlich getraut werden?


Nein. Die kirchliche Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren ist aus theologischen und kirchenrechtlichen Gründen in der evangelischen Kirche von Westfalen nicht möglich. Möglich ist aber ein Segnungsgottesdienst für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Sprechen Sie in einem solchen Fall einfach eine Pfarrerin oder einen Pfarrer an. Eine solche Segnung ist allerdings nicht der kirchlichen Trauung gleichgestellt und kann nicht ins Kirchburch eingetragen werden.

 

 

 

An welchen Tagen können kirchliche Trauungen stattfinden?


Den Tag der Trauung bestimmt das Brautpaar. Trauungen sollen allerdings nicht in der Karwoche, am Buß- und Bettag, am Ewigkeitssonntag, am Ostersonntag, am Pfingstsonntag und am ersten Weihnachtstag stattfinden. Sonntags sind sie eher unüblich.


Kann bei einem Ehejubiläum ein Gottesdienst stattfinden?


In vielen Gemeinden wird aus Anlass eines besonderen Jahrestages der Trauung auf Wunsch des Ehepaares ein Gottesdienst gefeiert. Die Trauung selber wird dabei nicht wiederholt.

Diese und weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der

Ev. Kirche von Westfalen.